Yad Vaschem – Neue Galerie von Dr. Klaus-Dieter Bergmann

Todesmarsch von DachauVor ein paar Jahren hat mich auf einer biblischen Studienreise nach Jerusalem die Holocaust-Gedenkstätte „Yad Vashem“ sehr beeindruckt. Ich glaube, dass meine in S/W ausgearbeiteten Bilder etwas von dem „Gänsehautfeeling“, das ich erlebte, vermitteln können.

Yad Vashem heißt übersetzt Denkmal und Name und bezieht sich auf Jes. 56,5 : “Ihnen allen errichte ich in meinem Haus und in meinen Mauern ein Denkmal, ich gebe ihnen einen Namen, der mehr wert ist als Söhne und Töchter. Einen ewigen Namen gebe ich ihnen, der niemals getilgt wird.“

Gegründet wurde Yad Vashem im Jahre 1953 als Weltzentrum der Dokumentation des Holocaust, seiner Erforschung und Lehre, sowie seines Gedenkens.  Heute ist es eine dynamische und lebendige Begegnungsstätte für Menschen aller Generationen und Nationen.

Über die Eingangshalle kommt man in ein großes parkähnliches Gelände. In der Halle der Erinnerung  brennt eine Gedenkflamme für die Opfer des Holocaust. Diese Flamme, in Form eines zerbrochenen Bronzekelchs, steht in der Mitte der Halle. Davor liegt eine Steinplatte auf der Asche der in den Konzentrationslagern Verstorbenen. In den Boden der Halle sind die Namen der 22 größten Konzentrationslager eingraviert.

Sehr ins Nachdenken kam ich in der Halle der Namen. Hier werden die Namen und persönlichen Daten der jüdischen Opfer des Massenmordes gesammelt Als Grundlage dienen dafür die Angaben auf sog. Gedenkblättern, die von Hinterbliebenen der Ermordeten gemacht werden. Oft sind diese Gedenkblätter die einzigen Erinnerungen an die Opfer. Über zwei Millionen solcher Blätter werden in den Regalen aufbewahrt, die entlang der Umfassungsmauer der Halle verlaufen; sie bieten Raum für sechs Millionen Gedenkblätter.

Berührend ist auch das Denkmal Janusz Korcak und die Ghettokinder. Korcak, ein polnischer Arzt und Pädagoge begleitete die Kinder seines Waisenhauses beim Transport in das Vernichtungslager und kam selbst 1942 in Treblinka um.

Das Denkmal zur Erinnerung an die Deportierten erinnert mit einem Original Reichsbahnwagen an die Transporte in die Konzentrationslager. Der Waggon steht über dem Abhang auf einer ins Nichts führenden Brückenkonstruktion.

Für mindestens 1.000 Häftlinge war es der letzte Weg. Der Marsch sollte angeblich in eine ominöse Nazi-“Alpenfestung” im Tiroler Ötztal führen, von deren Nichtexistenz die Gefangenen allerdings nicht unbedingt wussten. Bis heute existieren keine gesicherten Angaben über das tatsächliche Marschziel. Die SS-Schergen trieben die seit Jahren unterernährten, teilweise 50- bis 60-jährigen Häftlinge, die außerdem oft schon von vorangegangenen Märschen oder Transporten geschwächt waren, durch das bayerische Oberland nach Süden: erst durch die Münchner Außenbezirke Allach und Pasing, dann durch das Würmtal bis Starnberg, weiter nach Wolfratshausen und Bad Tölz. Danach sollte es weiter zum Tegernsee gehen, den aber nur einige wenige erreichten. Dazu kamen noch 1.750 Juden, die von Dachau per Bahn nach Mittenwald transportiert werden sollten. Hieran erinnert das Denkmal des Todesmarsches von Dachau.

Im Tal der Gemeinden wird auf 107 Steinwänden der über 5000 jüdischen Gemeinden gedacht, die während der Shoa ganz oder teilweise vernichtet wurden.

Zum Schluß etwas Tröstliches, dass es auch zu dieser Zeit noch Menschlichkeit gab: Oskar Schindler, der während des 2. WK gemeinsam mit seiner Frau etwa 1200 bei ihm angestellte jüdische Zwangsarbeiter vor der Ermordung in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten bewahrte. Er ist auf dem Zionsberg in Jerusalem begraben. Es war sein Wunsch in Jerusalem beerdigt zu werden, dort „wo meine Kinder sind“ – die Nachkommen der von ihm geretteten Juden. Auf seinem sehr einfachen Grab steht der Satz „Der unvergessliche Lebensretter 1200 verfolgter Juden“. Von weitem schon sticht das Grab aus der Schar der mal mehr, mal weniger gepflegten Gräber rundherum hervor: Nur auf Schindlers Grab liegen die vielen kleinen Steinchen, die Juden traditionell auf Gräber legen.

 

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